Donnerstag, 16. Mai 2019

Und sonst so?

Was folgt auf:
"Hey, wie gehts?" - Die echte Antwort will ja sowieso kaum einer hören.
Das obligatorische:

"Und sonst so..?" 

Seit Jahren antworte ich mit
"Muss ja, ne?!"

Danach ist man von dem Gespräch entbunden.

Es gibt aber Menschen, mit denen kommt es NIE, niemals, nicht, zu diesem Gespräch, die übersprudeln dich mit Aufmerksamkeit, Nettigkeiten und lassen dich einfach an Ihrem Leben teilhaben und fordern das ganze auch von dir.

Bei diesen Menschen gibt man alles Preis, redet sich allen Müll von der Seele.
Diese Menschen sind dann nicht welche von der Sorte die dir dann wiederum sagen müssen
-"Ach, das sind doch noch Peanuts, ich habe es viel schlimmer."
Nein die gehen mit und leiden mit dir.

Habt Ihr auch einen solchen Anker?





Montag, 21. Januar 2019

Müde

Manchmal ist man Müde vom stark sein.
Kaputt von den ungeweinten und den geweinten Tränen.

Ich danke dir das du mir den besten Teil deines Lebens geschenkt hast, deinen Sohn.

Gib auf uns acht dort wo du jetzt bist.

Schlaf schön, bis wir uns wiedersehen.

Dienstag, 15. Januar 2019

Entscheidungen für das Ende des Lebens.

Es gibt Zeiten in deinem leben, da musst du für jemanden Entscheidungen treffen, weil du für diesen Menschen verantwortlich bist, aber letzte Wünsche sind zu erfüllen.


Die Palliativfachkraft fragte ob man sich über ein Hospiz erkundigt hätte.
-Nein das kommt nicht in Frage, hier wird niemand abgeschoben!

Es geht nicht ums abschieben, wir haben hier vor Ort eine Top Pflegestation. Wir könnten uns dort besser um ihren Lieben kümmern, sind Tag und Nacht erreichbar, da wir uns vor Ort abwechseln, immer ist ein Arzt in der Nähe. 
-Ja gut, wir besprechen das mit unserem Professor.

Der Professor war dagegen, sei doch viel schöner zu Hause zu bleiben (und zu sterben).

Seit Sonntag kann meine liebe Schwiegermutter keine Flasche mehr aufdrehen.
Seit Montag kann sie sich selbst nicht mehr im Bett hochdrücken.

Sie möchte jetzt bitte ins Hospiz.

Im Tod ist Sie so besorgt um ihre Lieben, dass ihr lieber Mann sich zusehr aufopfert, zuwenig schläft, da sie ihn wecken muss, wenn sie trinken, zur Toilette oder sich drehen möchte. Sie hat Angst vor dem Moment, wenn Sie es nicht mehr bis zur Toilette schafft. Das möchte Sie alles nicht ihren Lieben abverlangen.


Alle Gespräche sind geführt, alle wünsche für das danach geäußert.
Sie hat keine Angst vor dem Tod, nur vor dem was danach kommt.


Freitag, 11. Januar 2019

Ein lieber Mensch muss gehen

Sie hat jetzt zwei Jahre gegen den Krebs gekämpft.

Einmal war er komplett entfernt, so hieß es. Leider hatte das Biest am Magen, dass schon knapp einen Kilo wog, eine böse Schwester in der Leber. Im nachhinein sagte der MRT-Spezi das diese sogar schon vor der 1 OP sichtbar gewesen sei, aber Professor und MRT-Spezi haben sich innerhalb der Klinik nicht darüber unterhalten, dass kann der Konzern mit dem großen H nämlich nicht mit der Krankenkasse abrechnen.


Im November gab es eine neue Tablette, und ein neues Wort "irr-operabel" und so etwas wie mindestens fünf "Herden". Es gab "Astronautennahrung" als Pudding und Shake die Sie mal als Mahlzeit-Ersatz nehmen könne und vom Professor den Rat sich nicht unter kriegen zu lassen.


Am heiligen Abend war ihr Blutdruck kaum messbar, und sie beichtete uns das sie bereits seit 7 Tagen keine feste Nahrung mehr zu sich genommen hat, da Sie nichts behalten kann.

Seitdem sieht man Sie jeden Tag etwas mehr... verblassen wäre wohl das richtige Wort.



Am Samstag sagte Sie mir wie schrecklich es sei so hilflos zu sein, da alles so anstrengend ist, und auch wenn Sie jetzt geschoben wird und nicht mehr laufen muss, macht Sie damit ja so viele Umstände.

Am Sonntag erklärte Sie ihrer Tochter, dass Sie keine Angst hat. Weder jetzt, noch vor der Stunde die ihr bald schlägt.

Am Montag erklärte die palliativ Ärztin, dass es jetzt an der Zeit sei alle wichtigen Dinge zu klären die man auf Erden noch klären muss. Seit dem klebt ihr Ehemann Morphiumpflaster und Sie hat ein Pflegebett im Wohnzimmer bezogen.
Der erste Tag an dem meine bessere Hälfte mit mir gemeinsam weinen konnten, wir haben uns all die schlimmen Dinge gesagt die wir nicht mehr zusammen erleben werden, solange bis uns keine Luft mehr zum Atmen blieb aufgrund des Schmerzes. Vorher konnten wir immer sagen "das wird schon wieder", auch wenn wir selbst nicht daran glaubten.
Am Dienstag sagte Sie zu meiner besseren Hälfte, dass Sie gerne noch länger geblieben wäre um seine Kinder kennen zu lernen, die er mit mir haben wird.

Am Mittwoch erlaubte/riet der Professor dazu alle Krebsmedikamente abzusetzen, damit sie nicht mehr von ihnen geschwächt wird.

Am Donnerstag erhielt ich eine Geburtstagskarte die Sie unterschrieb mit "ich danke dir für alles".
-Geburtstag ist ausgefallen-

Heute: Seufze ich, da es bisher nichts neues gibt.



Jeden Morgen beginnt mein Tag erst, wenn mein lieber Schwiegervater sich meldet und sagt das alles gut ist.
Obwohl alle wissen, dass nichts Gut ist.

Wir warten auf den Tod und hoffen das er gnädig ist. 




Mittwoch, 30. Mai 2018

Sommer im Mai

In den Nachrichten kann man sehen, dass mitunter ganze Dörfer bis zu den Waden und höher im Wasser versinken. (Das Video in Wuppertal im Einkaufszentrum wo sich alle auf die Rolltreppen flüchten, da dachte ich zuerst "Was ist denn da schon wieder los in Amerika".)

Ich wünsche mir seit mind. 2 Wochen mal einen feinen Landregen, am besten Nachts, so 20 bis 30 Liter/m², denn bei uns in der Nachbargemeinde gibt es jetzt das Verbot Trinkwasser im Garten zu nutzen. (Das stört unseren Nachbarn so gar nicht, hat er doch am Wochenende Rasen gesät, der muss ja mal endlich anwachsen).

Wir haben vor 3 Wochen Rasen gesät. Und richtig, das hat den Samen so gar nicht interessiert, wenn er nicht von den Spatzen weg gefressen wurde, dann liegt er jetzt unter staub.

Jetzt muss man nur hoffen und bitten, dass es Regnet, und dann auch ganz bald wieder aufhört, damit es nicht der ganze Sommer im Mai sein pulver verschossen hat.

Achja.. 4 Kilo sind schon weg, dank Punkte zählen :-) so kann es weiter gehen.

Dienstag, 15. Mai 2018

Die ete ich auch! Diät 5000.0

WIR (dicke Elend und ich) machen seit Montag Diät.

Ja so richtig, (wenn man das schon bei 1,5 Tagen sagen kann) mit Punkte zählen in einer APP die man für Geld kaufen kann.

Bisher ist die Laune gut, mal sehen wie die Stimmung zum Wochenende hin beim Wiegetag bleibt.



Endlich zieht das dicke Elend mal mit, bisher war er immer der Meinung ich sollte mich brav an Diäten halten, und er würde im Zuge der geänderten Koch-Gewohnheiten schon genug abnehmen. Und wenn ich mir mal einen Bonbon genehmigt habe, dann hieß es immer nur "Meinst du das ist Diäkonform?", während das Elend krampfhaft versucht die Mc-Doof Tüte unbemerkt aus seinem Firmenwagen verschwinden zu lassen.

Freitag, 19. Januar 2018

Das Unglück von Anderen

Ich bin von mir selbst erschrocken!

Ich habe eben das Unglück von einem Bekannten innerlich bejubelt.
Ich habe sogar schauspielerisches Talent wie mir scheint, hat man mir die Bestürzung die ich gespielt habe wohl sehr gut abgenommen.

Meine Schwiegerfamilie scheint wohl doch stärker abzufärben.
Dort wird sich nur an Misserfolgen von anderen gelabt, Erfolge missgönnt und schlecht geredet.

Generell ist es soweit, dass mein Vater nicht mehr an Veranstaltungen, bei denen man sich in Gruppen an einen Tisch setzt, nicht mehr in seiner Nähe sitzen möchte. Da er die Mies-Macher-Stimmung nicht mehr erträgt. 


Wie arbeitet man denn an so einer Grundeinstellung?